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Schwierigkeiten infolge des Coronavirus

15 Oktober 2020

Die Selbständigen, die infolge des Coronavirus mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, können verschiedene Maßnahmen in Anspruch nehmen.

Informieren Sie sich über die neuesten Maßnahmen im Sozialstatut der Selbständigen bezüglich des Coronavirus, und dies über die offiziellen Kanäle: konsultieren Sie unsere Website oder wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.


Das Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit

Im Rahmen der Corona-Krise wurde die Gewährung des Corona-Überbrückungsrechts infolge höherer Gewalt (3. Säule des Überbrückungsrechts) flexibler gestaltet.

In den Monaten März, April, Mai und Juni  2020 können Sie in den folgenden Situationen das vorläufige Corona-Überbrückungsrecht in Anspruch nehmen:

  • Aufgrund gesundheitlicher Maßnahmen sind Sie von der Behörde verpflichtet, Ihre Tätigkeit teilweise oder vollständig zu unterbrechen. Sie haben sofort Anspruch auf die Gewährung des Überbrückungsrechts. Es ist daher keine Mindestunterbrechungsdauer erforderlich. Es handelt sich hier zum Beispiel um Selbständige, die verpflichtet werden, ihr Geschäft zu schließen (wie Restaurants, Cafés und Non-Food-Läden). Dazu gehören auch Restaurants, die Mahlzeiten zum Mitnehmen anbieten oder liefern.
  • Die Behörde hat Sie hat Sie nicht verpflichtet, Ihre Tätigkeit teilweise oder vollständig zu unterbrechen, aber infolge der Corona-Krise sind Sie gezwungen, Ihre Tätigkeit infolge der Corona-Krise für einen Zeitraum von mindestens 7 Tagen zu unterbrechen. Es handelt sich z.B. um Selbständige, die ihre Tätigkeit aufgrund von Quarantäne, Rohstoffmangel oder aus verschiedenen wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen (in Verbindung mit COVID-19) unterbrechen. Selbständige, die einen Pflegeberuf ausüben, wie Physiotherapeuten, Zahnärzte und Fachärzte, gehören auch zu dieser Kategorie.

Seit Mai 2020 dürfen viele Selbständige ihre Tätigkeit wieder ausüben. In den Monaten Juni, Juli, August, September und Oktober können sich diese Selbständigen auf das neue Überbrückungsrecht zur Unterstützung der Wiederaufnahme berufen. Diejenigen, die noch nicht in der Lage sind, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen, können in den Monaten Juli bis Dezember 2020 in den folgenden Situationen, jedoch unter strengeren Bedingungen, weiterhin das bestehende vorläufige Corona-Überbrückungsrecht in Anspruch nehmen:

  • Aufgrund gesundheitlicher Maßnahmen sind Sie von der Behörde verpflichtet, Ihre selbständige Tätigkeit ganz oder teilweise zu unterbrechen. Sie haben sofort Anspruch auf die Gewährung des Überbrückungsrechts. Es ist daher keine Mindestunterbrechungsdauer erforderlich. Es handelt sich hier um diejenigen, die direkt von den von der Behörde auferlegten Schließungsmaßnahmen betroffen sind.
    • Jacuzzis, Dampfbäder und Hammams, sofern sie nicht privat genutzt werden:
    • Diskotheken und Tanzlokale;
    • den Veranstaltungssektor im weiteren Sinne (Partys, Firmenveranstaltungen, Organisatoren von Hochzeitsfeiern, Vermieter von Party- und Veranstaltungsorten usw.);
    • unabhängige Künstler, die in den vom Veranstaltungs- und Kultursektor abgedeckten Bereichen tätig sind;
    • Schausteller;
    • Nachtläden;
    • Shisha-Bars;
    • Sektoren, die aufgrund von föderalen, regionalen oder provinzialen Maßnahmen vollständig schließen müssen (z.B. Orte des Getränkekonsums in der Region Brüssel-Hauptstadt vom 8. Oktober bis einschließlich 9. November 2020).
  • Sie sind gezwungen, Ihre selbständige Tätigkeit ganz oder teilweise zu unterbrechen, weil Sie von einer im vorstehenden Punkt genannten Tätigkeit abhängig sind. Sie haben sofort Anspruch auf die Gewährung des Überbrückungsrechts. Es ist daher keine Mindestunterbrechungsdauer erforderlich. Sie müssen dieses Abhängigkeitsverhältnis nachweisen;
  • nur in den Monaten Juli und August 2020: die Behörde hat Sie nicht verpflichtet, Ihre Tätigkeit ganz oder teilweise zu unterbrechen, und Sie sind nicht von einer solchen Tätigkeit abhängig, aber Sie sind infolge der Corona-Krise gezwungen, Ihre Tätigkeit während des betreffenden Kalendermonats für einen Zeitraum von mindestens 7 aufeinanderfolgenden Kalendertagen vollständig zu unterbrechen.

    Es gibt in diese Situation eine strengere Beweislast. Sie müssen nachweisen, dass die Unterbrechung eine unmittelbare Folge des Coronavirus ist, da es immer noch unmöglich ist, die selbständige Tätigkeit wieder aufzunehmen. Sie müssen diesen Kausalzusammenhang anhand objektiver Elemente nachweisen, wie z.B. eines deutlichen Rückgangs der Einkünfte, der Tätigkeit (Rückgang der Reservierungen, Rückgang des Belegungsgrads, Zunahme der Stornierungen usw.), Lieferunterbrechungen, eines Rückgangs der Verkäufe oder einer Quarantänebescheinigung. Es reicht nicht aus, sich nur auf Einschränkungen infolge der Regeln der sozialen Distanzierung zu berufen. Das Bestehen des Kausalzusammenhangs wird sowohl vor der Gewährung der Leistung als auch danach überprüft.

    Wenn Sie eine selbständige Tätigkeit in verschiedenen Unternehmen ausüben, muss die selbständige Tätigkeit in allen Unternehmen wegen des Coronavirus unterbrochen werden. Wenn Sie verschiedene selbständige Tätigkeiten ausüben, müssen die Bedingungen für jede dieser Tätigkeiten erfüllt sein.

Wenn Sie normalerweise nur Veranstaltungen organisieren, können Sie Ihre Aktivität z.B. in die Organisation kleinerer "Events" umwandeln (Sommerkneipen, kleine Festivals, ...). Eine solche Umwandlung steht der weiteren Gewährung des Corona-Überbrückungsrechts nicht entgegen.

Als Selbständiger müssen Sie in Belgien Sozialbeiträge zahlen.

Folgende Selbständige haben Anspruch auf die volle Leistung:

  • hauptberufliche Selbständige (inkl. Helfer, mithelfende Ehepartner im Maxistatus und (Primo-) Starter);
  • nebenberufliche Selbständige, die vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der hauptberuflichen Selbständigen entsprechen;
  • hauptberufliche Selbständige, deren Tätigkeit einem Nebenberuf gleichgestellt werden kann (Art. 37 RGS), die vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der hauptberuflichen Selbständigen entsprechen;
  • Student-Selbständige, die vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der hauptberuflichen Selbständigen entsprechen;
  • die Selbständigen nach Erreichen des Pensionsalters, die keine Pension oder nur die bedingungslose Pension beziehen und vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag eines Selbständigen im Hauptberuf entsprechen.

Folgende Selbständige haben Anspruch auf die Teilleistung:

  • nebenberufliche Selbständige, die vorläufige Sozialbeiträge schulden, berechnet auf einem Referenzeinkommen zwischen 6.996,89 Euro und 13.993,77 Euro;
  • hauptberufliche Selbständige, deren Tätigkeit einem Nebenberuf gleichgestellt werden kann (Art. 37 RGS), die vorläufige Sozialbeiträge schulden, berechnet auf einem Referenzeinkommen zwischen 6.996,89 Euro und 7.330,52 Euro;
  • Student-Selbständige, die vorläufige Sozialbeiträge schulden, die auf einem Referenzeinkommen zwischen 6.996,89 Euro und 13.993,77 Euro berechnet werden;
  • die aktiven pensionierten Selbständigen, die keinen Anspruch auf die volle Leistung haben und vorläufige Sozialbeiträge schulden, die auf der Grundlage eines Referenzeinkommens von mehr als 6.996,89 Euro berechnet werden.

Achtung: Im Gegensatz zu einigen Säulen des klassischen Überbrückungsrechts, erfordert das Corona-Überbrückungsrecht keine Bescheinigung des LfA (Landesamtes für Arbeitsbeschaffung), um nachzuweisen, dass Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.

Das Corona-Überbrückungsrecht sieht die Zahlung des vollen Monatsbetrages, d.h.:

  • 1.291,69 EUR pro Monat, ohne Familienlast;
  • 1.614,10 EUR pro Monat, mit Familienlast.

Für Selbständige, die Anspruch auf die Teilleistung haben, beläuft sich die Leistung auf:

  • 645,85 EUR pro Monat, ohne Familienlast;
  • 807,05 EUR pro Monat, mit Familienlast.

Unter bestimmten Bedingungen kann die Leistung mit einem anderen Ersatzeinkommen (Rente, (zeitweilige) Arbeitslosigkeit) kumuliert werden.

Achtung! Für Selbständige, die Anspruch auf die Teilleistung haben, darf die Summe dieser Teilleistung des Corona-Überbrückungsrechts und des sonstigen Ersatzeinkommens 1.614,10 EUR pro Monat nicht überschreiten. Bei Überschreitung dieses Betrags wird , wird der monatliche Betrag der Leistung des Corona-Überbrückungsrechts reduziert.

Die Leistung im Rahmen des vorläufigen Corona-Überbrückungsrechts kann auch von Selbständigen beantragt werden, die schon eine Leistung im Rahmen des klassischen Überbrückungsrechts für die Maximaldauer von 12 oder 24 Monaten bezogen haben. Auch wird die Dauer der Gewährung der Leistung im Rahmen des vorläufigen Corona-Überbrückungsrechts nicht auf die Höchstdauer des klassischen Überbrückungsrechts angerechnet.

Falls das Überbrückungsrecht gewährt wird, wird es für März Anfang April, für April Anfang Mai, für Mai Anfang Juni, für Juni Anfang Juli und so weiter ausgezahlt.

Sie werden weiterhin Ihre Sozialbeiträge schulden, so dass Sie Ihre Sozialversicherungsrechte behalten. Wenn Sie Schwierigkeiten bei der Zahlung dieser Beiträge haben, können Sie eine Senkung, einen Aufschub oder eine Befreiung von den Beiträgen beantragen.

Das Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit muss bei Ihrer Sozialversicherungskasse beantragt werden, die ein Antragsformular zur Verfügung stellt.

Weitere Infos?

Wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

 

Überbrückungsrecht bei Quarantäne oder geschlossener Klasse/Schule/Kinderkrippe

Ab dem Monat September 2020 können Selbständige in den folgenden Situationen (aufgrund eines Ereignisses mit wirtschaftlichen Auswirkungen) das Überbrückungsrecht im Falle einer Zwangsunterbrechung in Anspruch nehmen:

  • Selbständige, die unter Quarantäne gestellt werden und daher ihre selbständige Tätigkeit für mindestens 7 aufeinanderfolgende Kalendertage tatsächlich und vollständig unterbrechen müssen. Selbständige, die ihre Tätigkeit von zu Hause aus organisieren können, haben keinen Anspruch auf diese Leistung.
    Diese Situation höherer Gewalt muss durch eine Quarantänebescheinigung nachgewiesen werden. Dabei kann es sich um eine Quarantänebescheinigung auf den eigenen Namen handeln, aber auch um eine Bescheinigung auf den Namen einer Person, die an derselben Adresse wie der Selbständige eingetragen ist.
    Achtung! Selbständige, die aus nicht wesentlichen Gründen wissentlich und willentlich in ein Land oder Gebiet gereist sind, das sich zum Zeitpunkt der Abreise in einer roten Zone befindet, haben keinen Anspruch auf diese Leistung.
    Für Anträge im Zusammenhang mit einer Quarantäne, die sich auf einen Zeitraum bis zum 31. August 2020 bezieht, haben Selbständige Anspruch auf das Corona-Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit. Selbständige haben Anspruch auf dieses Corona-Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit, wenn sie infolge der Corona-Krise gezwungen sind, ihre Tätigkeit während des betreffenden Kalendermonats für mindestens 7 aufeinanderfolgende Kalendertage vollständig zu unterbrechen.
  • Selbständige, die ihre selbständige Tätigkeit für mindestens 7 aufeinanderfolgende Kalendertage vollständig unterbrechen müssen, da sie ihr(e) Kind(er) betreuen müssen, weil die Klasse unter Quarantäne gestellt werden muss oder weil die Schule/Kinderkrippe geschlossen ist.
    Es muss sich um Kinder im Alter von höchstens 12 Jahren handeln. Wenn das Kind über 12 Jahre alt ist, muss eine spezifische und detaillierte Begründung gegeben werden, warum der Elternteil die Betreuung des Kindes übernehmen sollte.
    Diese Situation höherer Gewalt muss anhand von Belegen (Entscheidung der Schulleitung oder Entscheidung der Kinderkrippe) nachgewiesen werden.
    Für den Monat September können Eltern in solchen Fällen auch die befristete Elternbeihilfe beantragen. Diese Leistung kann jedoch nicht mit der Leistung des Überbrückungsrechts kumuliert werden.

Der Selbständige muss die Bedingungen des Überbrückungsrechts im Falle einer Zwangsunterbrechung erfüllen.

Achtung! Wer die Bedingungen des fehlenden Ersatzeinkommens, der Versicherungspflicht für mindestens 4 Quartale und / oder der Bedingung der effektiven Beitragszahlung für mindestens 4 Quartale nicht erfüllt, kann ebenfalls einen Antrag stellen. Im Hinblick auf mögliche zukünftige Änderungen dieser Bedingungen werden diese Anträge erst zu einem späteren Zeitpunkt von der Sozialversicherungskasse weiter geprüft.

Die Familienlast und die Dauer der Unterbrechung beeinflussen den Betrag der Leistung.

Dieses Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit wegen Quarantäne muss bei Ihrer Sozialversicherungskasse beantragt werden, die ein Antragsformular zur Verfügung stellt.

Weitere Infos?

Wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

 

Überbrückungsrecht zur Unterstützung der Wiederaufnahme

Seit Mai 2020 dürfen viele Selbständige ihre Tätigkeit wieder ausüben. In den Monaten Juni, Juli, August September und Oktober gewährt das Überbrückungsrecht zur Unterstützung der Wiederaufnahme eine Leistung an Selbständige, die in der ersten Phase der COVID-19-Krise aufgrund der von der Behörde auferlegten Schließungsmaßnahmen ihre selbständige Tätigkeit unterbrechen mussten und die ihre selbständige Tätigkeit wieder aufnehmen dürfen.

Sie haben Anspruch auf dieses Überbrückungsrecht, wenn Sie die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Sie schulden als Selbständiger in Belgien Sozialbeiträge.
  • Am 3. Mai 2020 war Ihre Tätigkeit infolge der von der Behörde auferlegten Schließungsmaßnahmen noch immer verboten oder eingeschränkt. Wenn Sie in verschiedenen Unternehmen und/oder verschiedenen Sektoren tätig sind, muss Ihre Haupttätigkeit diese Bedingung erfüllen.
    Nicht als Verbote oder Einschränkungen gelten: die Regeln der sozialen Distanzierung für zugelassene Tätigkeiten, die Zugangsmodalitäten für die Supermärkte, Baumärkte ohne ausgeprägten Schwerpunkt, Gartenzentren, Baumschulen und Großhändler für Fachleute, die verbotenen Rabatte in Geschäften und Läden und die Schließzeit für Nachtläden.
    Es handelt sich u.a. um folgende Tätigkeiten:
    • den Horeca-Sektor;
    • die Non-Food-Läden (mit Ausnahme von Heimwerkermärkten, Gartenzentren und Zeitungsläden, die schon früher wiedereröffnen durften);
    • die Märkte (sowohl die klassischen Marktstände als auch die mobilen Verkäufer von Brathähnchen und Speiseeiswagen und anderen Lebensmittelwagen);
    • die Friseure und Schönheitsspezialisten;
    • die Reisebüros mit einem Büro-/Empfangsbereich "Front-Office", die als Geschäfte (und also nicht nur online aktiv sein) betrachtet werden müssen;
    • die Busunternehmen, die hauptsächlich Personenbeförderungsdienste im Rahmen von Freizeitaktivitäten wie Gruppenausflügen und Reisen anbieten (und die also nicht hauptsächlich als Subunternehmer für regionale Busgesellschaften tätig sind);
    • Selbständige, deren Tätigkeiten bis mindestens 3. Mai 2020 von den gleichen direkten und unmittelbaren Auswirkungen der Schließungsmaßnahmen betroffen waren, wie die Sektoren, die ausdrücklich geschlossen werden mussten.
  • Ihre Tätigkeit kann ohne andere Einschränkungen als die Regeln für soziale Distanzierung wieder aufgenommen werden. Restaurants und Kneipen, für die eine verfrühte Ladenschlusszeit gilt, erfüllen diese Bedingung;
  • Sie können nachweisen, dass Ihre Tätigkeit für das zweite Quartal 2020 infolge des Coronavirus einen Umsatzverlust oder Auftragsrückgang von mindestens 10% gegenüber dem zweiten Quartal 2019 hat. Sie müssen Ihrem Antrag objektive Elemente (vorzugsweise eine Bescheinigung des Buchhalters) beifügen, die dies belegen. Bei einem Antrag für den Monat Oktober 2020 handelt es sich um das dritte Quartal 2020 gegenüber dem dritten Quartal 2019. Ihre Erklärung wird danach überprüft. Halten Sie also bitte die notwendigen Belege (z.B. die Mehrwertsteuerschätzung) zur Verfügung.
  • Sie erhalten im selben Monat kein Corona-Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit.

Die Maßnahme gilt für die Monate Juni, Juli, August, September und Oktober 2020.

Einige Beispiele:

  • Friseure durften ab dem 18. Mai 2020 neu starten und haben für die Monate Juni, Juli, August, September und Oktober 2020 Anspruch auf die Leistung;
  • Restaurants durften ab dem 8. Juni 2020 neu starten und haben Anspruch auf die Leistung für die Monate Juli, August, September und Oktober 2020 (im Juni haben sie noch Anspruch auf das Corona-Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit);
  • Tätigkeiten, die ab dem 1. Juli 2020 wieder aufgenommen werden dürfen, kommen in Betracht für die Leistung für die Monate Juli, August, September und Oktober 2020.

Die folgenden Selbständigen haben Anspruch auf die Leistung:

  • die Selbständigen im Hauptberuf (einschließlich Helfer, mithelfende Ehepartner im Maxi-Statut und (Primo-)Starter);
  • die Selbständigen im Nebenberuf, die vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der Selbständigen im Hauptberuf entsprechen;
  • die Selbständigen im Hauptberuf, die mit einem Nebenberuf gleichgestellt sind (Art. 37 ARS) und vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der Selbständigen im Hauptberuf entsprechen;
  • die Studenten-Selbständige im Nebenberuf, die vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der Selbständigen im Hauptberuf entsprechen;
  • die Selbständigen nach Erreichen des Pensionsalters, die keine Pension oder nur die bedingungslose Pension beziehen und vorläufige Sozialbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag eines Selbständigen im Hauptberuf entsprechen.

Die Leistung beträgt:

  • 1.291,69 EUR pro Monat, ohne Familienlast;
  • 1.614,10 EUR pro Monat, mit Familienlast.

Die Leistung kann mit (vorübergehender) Arbeitslosigkeit kumuliert werden. Aber Sie können die Leistung nicht mit dem Corona-Überbrückungsrecht bei Unterbrechung der Tätigkeit kumulieren.

Die Leistung kann auch von Selbständigen beantragt werden, die schon eine Leistung im Rahmen des klassischen Überbrückungsrechts für die Maximaldauer von 12 oder 24 Monaten bezogen haben. Auch wird die Dauer der Gewährung der Leistung im Rahmen des vorläufigen Corona-Überbrückungsrechts nicht auf die Höchstdauer des klassischen Überbrückungsrechts angerechnet.

Sie schulden weiterhin Ihre Sozialbeiträge, damit Sie Ihre Sozialversicherungsrechte behalten. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, diese Beiträge zu bezahlen, können Sie eine Reduzierung Ihrer vorläufigen Beiträge, einen Zahlungsaufschub oder eine Beitragsbefreiung beantragen.

Das Überbrückungsrecht bei Wiederaufnahme der Tätigkeit muss bei Ihrer Sozialversicherungskasse beantragt werden, die ein Antragsformular zur Verfügung stellt.

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Wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

 

Überbrückungsrecht in anderen Situationen

Selbständige, die Ihre Tätigkeit einstellen oder unterbrechen, können in bestimmten Situationen das klassische Überbrückungsrecht in Anspruch nehmen. Der Selbständige muss eine Reihe von Bedingungen erfüllen.

Das Überbrückungsrecht besteht aus einer Leistung für maximal 12 Monate und der Aufrechterhaltung der Ansprüche auf Gesundheitspflege und Arbeitsunfähigkeitsentschädigungen für maximal 4 Quartale ohne Beitragszahlung.

Das Überbrückungsrecht kann in den folgenden Situationen gewährt werden:

  • Einstellung nach Konkurs;
  • Einstellung aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten;
  • zwangsweise Unterbrechung oder Einstellung infolge einer Entscheidung eines dritten Wirtschaftsakteurs oder infolge eines Ereignisses mit wirtschaftlichen Auswirkungen, das die Tätigkeit direkt und erheblich beeinflusst.
    Das Coronavirus gilt als ein Ereignis mit wirtschaftlichen Auswirkungen. Der Selbständige, der in dieser Situation das Überbrückungsrecht in Anspruch nehmen möchte, muss eindeutig nachweisen, dass es einen direkten Kausalzusammenhang gibt zwischen der Coronakrise und der Unterbrechung oder Einstellung seiner selbständigen Tätigkeit. Dies soll auf der Grundlage von Belegen geschehen, die einen Umsatzrückgang, eine Verringerung der Bestellungen oder Aufträge usw. belegen. Eine bloße ehrenwörtliche Erklärung ist nicht ausreichend.

Das Überbrückungsrecht muss bei Ihrer Sozialversicherungskasse beantragt werden, die ein Antragsformular zur Verfügung stellt.

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Befristete Elternbeihilfe für Selbständige

Selbständige, die ihre Tätigkeit in den Monaten Mai, Juni, Juli, August und/oder September 2020 fortsetzen oder wieder aufnehmen, aber während des gesamten betroffenen Kalendermonats ihre Tätigkeit reduzieren müssen, um ein oder mehrere Kinder zu betreuen, haben Anspruch auf die Elternbeihilfe.

Diese Beihilfe beläuft sich auf 532,24 EUR pro Monat. Ab Juli 2020 beläuft sich die Beihilfe auf 638,69 Euro pro Monat für ein behindertes Kind.

Wohnt der antragstellende Selbständige ausschließlich mit einem oder mehreren Kindern zusammen, von denen mindestens eines steuerlich unterhaltsberechtigt ist ("Ein-Elternteil-Familie"), beträgt die Beihilfe 875,00 EUR pro Monat im Mai und Juni  2020. Ab Juli 2020 beläuft sich die Beihilfe für die Ein-Elternteil-Familien auf 1.050 Euro pro Monat.

Die folgenden Selbständigen haben Anspruch auf die Elternbeihilfe:

  • Selbständige im Hauptberuf (einschließlich Helfer, mitarbeitende Ehepartner im Maxi-Statut und (Primo-)Starter);
  • Selbständige im Nebenberuf, die vorläufige Sozialversicherungsbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der Selbständigen im Hauptberuf entsprechen;
  • Selbständige nach Erreichen des Pensionsalters, die keine Pension oder nur eine bedingungslose Pension beziehen und vorläufige Sozialversicherungsbeiträge schulden, die mindestens dem Mindestbeitrag der Selbständigen im Hauptberuf entsprechen.

Die Betreuung muss folgende Kinder betreffen:

  • das biologische Kind des Antragstellers;
  • das vom Antragsteller adoptierte Kind oder das Kind, für das noch ein Adoptionsverfahren läuft, ab der Eintragung des Kindes in das Bevölkerungsregister oder in das Fremdenregister als Teil der Familie;
  • das Kind, das vom Gericht oder von einer von der Gemeinschaft anerkannten Stelle beim Antragsteller (Pflegeelternteil) untergebracht wurde.

Das Kind ist nicht älter als 12 Jahre oder, falls es behindert ist, nicht älter als 21 Jahre.

Es gibt keine Altersgrenze, wenn die Elternbeihilfe für ein Kind mit einer Behinderung beantragt wird, das eine stationäre (z.B. Tagesstätte) oder ambulante Versorgung (z.B. häusliche Hilfe) oder eine von den Gemeinschaften organisierte oder anerkannte Behandlung in Anspruch nimmt. In diesen Fällen kann es sich also auch um Erwachsene handeln.

Unter einem behinderten Kind ist ein Kind zu verstehen:

  • das zu mindestens 66 % von einer körperlichen oder geistigen Unfähigkeit betroffen ist;
  • das an einer Krankheit leidet, die dazu führt, dass mindestens 4 Punkte in der ersten Säule der sozialmedizinischen Tabelle im Sinne der Kinderzulagenregelung zuerkannt werden;
  • das an einer Krankheit leidet, die dazu führt, dass mindestens 9 Punkte in sämtlichen 3 Säulen der sozialmedizinischen Tabelle im Sinne der Kinderzulagenregelung zuerkannt werden.

Die selbständigen Tätigkeiten müssen durch die Betreuung des Kindes/der Kinder während des gesamten Kalendermonats effektiv beeinträchtigt werden. Nur die Monate Mai, Juni, Juli, August und September 2020 kommen in Betracht.

Die Elternbeihilfe kann nicht an Selbständige gewährt werden, die im selben Kalendermonat eine der folgenden Leistungen im Rahmen der Regelung für Selbständige erhalten:

  • das befristete Corona-Überbrückungsrecht;
  • das Überbrückungsrecht;
  • die Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit und Invalidität;
  • die Leistungen bei Mutterschaft;
  • die Leistungen bei Vaterschaft und die Geburtsbeihilfe;
  • die Adoptionsprämie;
  • die Leistung für Pflegeelternurlaub;
  • die Leistung für häusliche Versorgung.

Die Elternbeihilfe muss bei der Sozialversicherungskasse beantragt werden, die ein Antragsformular zur Verfügung stellt.

Die Elternbeihilfe für die Monate Mai und Juni 2020 muss bis spätestens 30. September 2020 beantragt werden. Die Elternbeihilfe für die Monate Juli, August und September 2020 muss bis spätestens 31. Dezember 2020 beantragt werden.

Weitere Infos?

Wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

 

Aufschub der Zahlung von Sozialbeiträgen

Alle Selbständigen, die von den Folgen des Coronavirus betroffen sind, können, unabhängig von ihrer Beitragskategorie (Hauptberuf, Nebenberuf, …), bei ihrer Sozialversicherungskasse einen schriftlichen Antrag auf einjährigen Aufschub der Zahlung von ihren Sozialversicherungsbeiträgen stellen, ohne dass Erhöhungen erhoben werden und ohne Auswirkungen auf die Sozialleistungen.

Die Maßnahme gilt für die vorläufigen Beiträge für das erste, zweite, dritte und vierte Quartal 2020 und für die Regularisierungsbeiträge für die Quartale 2018, die am 31. März 2020, am 30. Juni 2020, am 30. September 2020 und am 31. Dezember 2020 fällig werden. Diese Beiträge dürfen noch nicht bezahlt worden sein.

Dies bedeutet, dass der Beitrag für das erste Quartal 2020 und die am 31. März 2020 fälligen Regularisierungsbeiträge für 2018 vor dem 31. März 2021 gezahlt werden müssen.
Der Beitrag für das zweite Quartal 2020 und die am 30. Juni 2020 und am 30. September 2020 fälligen Regularisierungsbeiträge für 2018 müssen vor dem 30. Juni 2021 gezahlt werden.
Der Beitrag für das dritte Quartal 2020 und die am 30. September 2020 fälligen Regularisierungsbeiträge für 2018 müssen vor dem 30. September 2021 gezahlt werden.
Der Beitrag für das vierte Quartal 2020 und die am 31. Dezember 2020 fälligen Regularisierungsbeiträge für 2018 müssen vor dem 15. Dezember 2021 gezahlt werden.

Der entsprechende Antrag muss vor dem 15. Dezember 2020 gestellt werden. 

De Anfrage muss mindestens die folgenden Informationen enthalten:

  • Name, Vorname und Wohnsitz der betreffenden Person;
  • Name und Sitz des Unternehmens;
  • Unternehmensnummer;
  • eine Begründung aufgrund der Schwierigkeiten, die das Coronavirus für den Antragsteller ausgelöst hat (zumindest eine klare ehrenwörtliche Erklärung).

Vorsicht! Wird der betreffende Beitrag nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist vollständig bezahlt, sind die Erhöhungen für die betreffenden Quartale fällig und werden die zu Unrecht erhaltenen Leistungen zurückgefordert. 

Die Selbständigen haben auch die Möglichkeit, einen Antrag auf Beitragsbefreiung zu stellen, wenn ein Antrag auf Zahlungsaufschub gestellt wurde.

Weitere Infos?

Wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

 

Verzicht auf Erhöhungen

Selbständige, die ihre vorläufigen Sozialbeiträge für das erste, zweite und dritte Quartal 2020 bis zum 30. September 2020 nicht bezahlt haben, werden aufgrund dieser verspäteten Zahlung keine Erhöhungen zahlen müssen. Gleiches gilt für die verspätete Zahlung von Regularisierungsbeiträgen, die zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 2020 zu entrichten waren.  Diese Erhöhungen verschwinden automatisch. Der Selbständige muss also keinen Antrag stellen. Allerdings sind Erhöhungen fällig, wenn diese Beiträge bis zum 31. Dezember 2020 immer noch nicht bezahlt sind.

Weitere Infos?

Wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

 

Senkung der vorläufigen Sozialversicherungsbeiträge

Selbständige, die aufgrund des Coronavirus Schwierigkeiten haben, können eine Reduzierung ihrer vorläufigen Sozialversicherungsbeiträge für das Jahr 2020 beantragen, wenn ihr Berufseinkommen unter einem der gesetzlichen Schwellenwerte liegt.

Die Beiträge können reduziert werden auf maximal:

  • 717,18 EUR für einen hauptberuflichen Selbständige;
  • 0 EUR für einen nebenberuflichen Selbständige, wenn das erwartete Einkommen unter 1.548,18 EUR liegt;
  • 0 EUR für einen Selbständigen aktiv nach der Pension, wenn das erwartete Einkommen unter 3.096,37 EUR liegt.

Weitere Infos?

Wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

 

Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen

Selbständige im Hauptberuf und mithelfende Ehepartner (einschließlich Starter), die nicht in der Lage sind, ihre Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen, können eine Beitragsbefreiung beantragen.

Diese Zahlungsbefreiung kann beantragt werden für:

  • die vorläufigen Beiträge für das erste, zweite, dritte und vierte Quartal 2020;
  • die Regularisierunsgsbeiträge für die Quartale 2018, die im Laufe des Jahres 2020 fällig werden.

Wenn Sie einen Antrag für mehrere Quartale von 2020 stellen möchten, ist es ratsam zu warten, bis Sie die Abrechnung des Beitrags für das letzte betroffene Quartal erhalten haben, und dann einen Gesamtantrag für alle betroffenen Quartale einzureichen. Aber Vorsicht, Ihr Antrag muss innerhalb von 12 Monaten nach dem Ende jedes betroffenen Quartals eingereicht werden.

Achtung! Sie erwerben keine Pensionsansprüche für Quartale, für die Sie eine Beitragsbefreiung erhalten. Sie können diese Quartale aber später noch regularisieren (durch Zahlung einer Prämie), so dass sie weiterhin mit in die Pensionsberechnung aufgenommen werden. Sie haben fünf Jahre Zeit, um dies zu tun.

Ihren Antrag können Sie direkt über Ihre Sozialversicherungskasse oder online einreichen. Es gibt ein vereinfachtes Antragsformular, das Sie bei Ihrer Sozialversicherungskasse beantragen können.

Achtung! Haben Sie Ihre Beitragsbefreiung online beantragt? Dann sollten Sie dies auch an mailbox-dvr@rsvz-inasti.fgov.be melden, um die Verarbeitung Ihrer Akte zu beschleunigen.

Weitere Infos?

Verzicht auf Erhöhungen (Artikel 48 RGS)

E-Mail: mailbox-rek@rsvz-inasti.fgov.be.

Befreiung von Beiträgen

E-Mail: mailbox-dvr@rsvz-inasti.fgov.be.

Oder wenden Sie sich an Ihre Sozialversicherungskasse.

  

Krankheit und Arbeitsunfähigkeit

Die Gesundheitsleistungen für Selbständige und ihre Familien werden von der Krankenkasse rückerstattet.

Selbständige, die mindestens 8 Tage lang arbeitsunfähig sind, haben vom ersten Tag an Anspruch auf eine Arbeitsunfähigkeitsentschädigung, die von der Krankenkasse gezahlt wird.

Vom 1. März 2020 bis zum Ende des Jahres erhalten folgende arbeitsunfähige Selbständige von ihrer Krankenkasse eine zusätzliche Krisenleistung, so dass der tägliche Gesamtbetrag des Ersatzeinkommens aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit dem in Arbeitstagen ausgedrückten monatlichen Betrag der finanziellen Leistung des befristeten Corona-Überbrückungsrechts entspricht (49,68 EUR pro Tag):

  • die Selbständigen im Hauptberuf (oder mit diesen gleichzusetzen) und die mithelfenden Ehepartner, die frühestens ab dem 1. März 2020 für mindestens 8 Kalendertage als arbeitsunfähig in der Eigenschaft als zusammenwohnende(r) Berechtigte anerkannt sind;
  • die Selbständigen und die mithelfenden Ehepartner, die als arbeitsunfähig in der Eigenschaft als zusammenwohnende(r) Berechtigte anerkannt sind und die ihre Tätigkeit mit Genehmigung des Vertrauensarztes frühestens ab dem 1. März 2020 für mindestens sieben aufeinanderfolgende Kalendertage einstellen müssen.

Die Krankenkasse zahlt die ergänzende Krisenleistung bis spätestens 1. Januar 2021.

In bestimmten Fällen können sie die Befreiung von der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen während der Dauer der Krankheit beantragen ("Assimilation bei Krankheit").

 

Nützliche Links

Brauchen Sie als Selbständige(r) moralische Unterstützung in dieser schwierigen Zeit?

Weitere Informationen zur Unterstützung finden Sie hier:

Weitere Informationen zum Coronavirus finden Sie unter: